Moderne Thrombosediagnostik und -therapie

Die Arm- oder Beinvenenthrombose ist eine gravierende Erkrankung, die unentdeckt und unbehandelt fatale Folgen haben kann. So kann sie zum Beispiel in einer tödlichen Lungenembolie enden oder chronische Beschwerden nach sich ziehen.

In erfahrener Hand kann mit nicht-invasiver Diagnostik meist sehr zuverlässig eine Thrombose nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Eine gegebenenfalls erforderliche Thrombose-Behandlung kann oftmals ambulant erfolgen.

Ursache und Diagnostik einer Thrombose

Thrombosen können in vielen Fällen ohne erkennbare Ursache entstehen oder auch von oberflächlichen Venenentzündung ausgehen (circa 20 % der Fälle). Die Thrombose zeigt sich meist durch eine Schwellung an Armen oder Beinen. Auch Wadenschmerzen, wie bei Muskelkater, können Zeichen einer Venenthrombose sein.

Da Thrombose-Erkrankungen, die die tiefen Venen betreffen, im ungünstigsten Fall eine Lungenembolie nach sich ziehen, ist das Entdecken dieser Krankheit und die konsequente Behandlung außerordentlich wichtig. Entscheidend ist im entsprechenden Falle – insbesondere bei Auftreten der Symptome nach einem längeren Flug oder andersweitiger Ruhiggstellung des Beines – an die Möglichkeit einer Thrombose zu denken und umgehend eine entsprechende Diagnostik einzuleiten.

Moderne Therapie und Behandlung möglich

Dabei ist heutzutage in aller Regel die früher durchgeführte Phlebographie (Kontrastmitteldarstellung der Venen durch Punktion einer entsprechenden Fußrücken-Vene sowie Injektion von Kontrastmittel und Durchleuchtung) nicht mehr erforderlich:

In geübter Hand bietet die Farbduplexsonographie eine ganz hervorragende Darstellung des oberflächlichen und tiefen (Bein-)venensystems und kann in den allermeisten Fällen eine Thrombose zuverlässig entdecken. Hierbei muss der Patient lediglich einen gewissen Druck auf das Bein und auf die Venen aushalten. Weitere Belastungen sind nicht gegeben. Am Ende dieser nicht-invasiven Diagnostik steht in der Regel eine klare Diagnose, in sehr seltenen Fällen muss zu sicherer Diagnosefindung diese Untersuchung nach wenigen Tagen noch einmal wiederholt werden.

Kombinierte Behandlung für schnellen Therapie-Erfolg

Der so gesicherten Diagnose kann unmittelbar die adäquate Therapie angeschlossen werden. Diese besteht in der ummittelbaren Aufhebung der Blutgerinnung durch geeignete Medikamente (Ausschluss entsprechender Gegenanzeigen). Als geeignetes Medikament kommt hier in erster Linie Heparin in Frage, das in die Bauchdecke gespritzt wird. Nach entsprechender Instruktion kann kann dies auch vom Patienten selbst durchgeführt werden.

Die Fortsetzung der Hemmung der Blutgerinnung geschieht meist durch die Hinzugabe von Marcumar. Zwischenzeitlich gibt es auch immer mehr Medikamente wie Rivaroxaban (Xarelto ®), die ebenfalls als Tablette eingenommen werden können und die Blutgerinnung aufheben. Zudem erfolgt eine elastische Komprimierung des betroffenen Armes oder Beines. Starke Schwellungen erfordern hier zunächst eine Umfangsreduktion durch elastische Bandagierung. Danach erfolgt die Bestrumpfung des betroffenen Beines. Die rezeptierten und angepassten Kompressionsstrümpfe sollten konsequent getragen werden.

Betreuung und Beratung durch qualifizierte Ärzte unserer Praxis

In der ersten Phase der Behandlung erfolgt eine engmaschige Betreuung des Patienten durch unsere Praxis. Während früher bei Thrombose-Patienten eine strenge Bettruhe auferlegt wurde, ist zwischenzeitlich seit Jahren bekannt, dass dies nicht erforderlich ist und unter Umständen der Erkrankung sogar abträglich ist. Deshalb raten wir unseren Patienten, wenn möglich mobil zu bleiben.

Gute Nachrichten für Thrombose-Patienten:

  1. Die Diagnostik dieser Erkrankung ist durch Ultraschall und damit weitgehend ohne Schmerzen und ohne Kontrastmittelbelastung sowie Röntgenstrahlung möglich.
  2. Die Behandlung kann mit Medikamenten, wie unter die Haut zu spritzendes Heparin oder Einnahme von Tabletten, gut und einfach behandelt werden.
  3. Die Behandlung kann meist ambulant durchgeführt werden. Eine Krankenhauseinweisung ist nur in seltenen Fällen erforderlich.
  4. Auch die Nachuntersuchungen können zuverlässig mit Ultraschall erfolgen.